Basiswissen Uhrentechnik: Do-it-yourself

Wasserdichtigkeit:
  • Die früher verwendete Bezeichnung "30m" bedeutet nicht 30 Meter, sonder nach DIN getestet für 30 min. in 1 m Wassertiefe und 90 Sek. in 20m Wassertiefe gem. DIN Norm 8310
  • Schraubkrone bedeutet höhere Wasserfestigkeit, eine Schraubkrone immer gut festschrauben, aber nicht mit Gewalt um die Dichtung nicht zu zerquetschen.
  • Der Zustand "Waterresistant" gilt nur für fabrikneue Uhren. Kein Hersteller weltweit gibt eine Garantie auf die unter Laborbedingungen geprüfte Wasserdichtigkeit. Äußere Einflüsse beim Tragen der Uhr können die Wasserfestigkeit beeinflussen. Lassen Sie eine Uhr daher ggf. regelmäßig überprüfen ob die angegebene Wasserdichtigkeit auch tatsächlich noch gegeben ist.
Wasserdicht
Hände waschen
Regen
Spritzer

Duschen



Baden



Schwimmen



Schnorcheln
Tauchen ohne Ausrüstung


Ohne Spezification nein nein nein nein nein
3 atm ja nein nein nein nein
5 atm ja Uhr nicht in den Wasserstrahl halten Nicht empfohlen nein nein
10 atm ja ja ja ja nein
20 atm ja ja ja ja ja
Der Zustand "water resistant" = wasserdicht gilt nur für fabrikneue Uhren.
Äußere Einflüsse können jedoch die Wasserdichtigkeit beeinflussen.
Bitte lassen Sie Ihre Uhr daher regelmäßig überprüfen, min. einmal jährlich.
Uhrengehäuse:
    Uhrengehäuse werden unterschieden nach Material, Größe und Form.
  • Materialien (mit zunehmender Härte):
    Plastik, Messing, Aluminium
    Gold, Silber, Platin, Palladium, Rhodium
    Titan, Stall, Keramik
  • Größe: 10-50 mm, Herren ø>35 mm, Damen ø<30 mm
  • Formen: rund, quadrat, rechteck, trapez, tonneau

  • Beschichtungen: Weiche(z.B. Messing) und unedle Grundmaterialien (z.B. Stahl) werden aufgewertet durch edlere (z.B. Gold) oder härtere (z.B. Titan) Beschichtungen. Die Dicke wird gemessen in Mikron (= µm = 1/1000 mm). Physikalische Verfahren unter Druck und Temepratur (PVD - Physical Vapour Deposition/Vakuumaufdampfen) werden unterschieden von elektrochemischen/galvanischen Verfahren.
  • Galvanische Goldbeschichtungen sind 5-60 Micron dick - je dicker dessto abriebfester.
  • PVD-Beschichtungen (Kathodenzerstäubung) aus Titannitrid, Titankarbid oder Wolframkarbid, mit Platin- oder Goldpeinlagen sind bis zu 20fach härter und abriebfester, daher benötigt dieses Verfahren nur eine Dicke von 0.5-2 Micron.
Gehäuseboden:
  • Druckboden ist günstiger, aber die max. erreichbare Wassedichtigkeit ist höchstens ca. 50 m.
  • Schraubboden schützt das Gehäuseinnere besser gegen Staub und Feuchtigkeit. Erkennbar an einem Ring von Kerben zum Ansetzen des Gehäuseöffner-Werkzeugs.
  • Glasboden aus Mineral- oder Safirglas macht das Uhrwerk sichtbar. Bei Automatikuhren sieht man den Aufzugsrotor.
Zifferblatt und Zeiger:
  • Analog: Anzeige mit Zeigern und Indizes
  • Digital: Anzeige mit Ziffern - fast ausschließlich in Verbindung mit Quarzwerken.
  • Tritium Leuchtmasse auf Zifferblatt-Indexen und Zeigern wird gekennzeichnet durch T oder T25 auf dem Zifferblatt.
  • Datum-Tagesanzeige gibt es in verschiedenen Sprachen.
  • Komplikationen sind Zuatzfunktionenen, z.B. die Stop-Funktion eines Chronographen, dargestellt auf Hilfszifferblättern.
  • Zeiger gibt es in verschiedenen Bauformen, Faden-, Stab-, Baton-, Dauphine-, Breguet-, Lanzen-, Birnen-, Skelettzeiger etc. Wie sich der Sekundenzeiger bewegt läßt rüclschließen auf das dahinterliegenden Uhrwerk: Eine hüpfender Sekundenzeiger bedeutet Quarzwwerk, eine kontinuierliche Sekunde ein mechanisches Uhrwerk.
Uhrglas:
    Uhrgläer müssen kratz- und bruchfest sein. Je härter und kratzfester, desto weniger flexibel und bruchfest ist ein Glas. Kratzfestigkeit wird gemessen auf der Härtegrad-Skala nach MOH in Stufen von 1-10 (Fingernägel = 2, Stahl = 5-6, Diamant = 10). Dabei ritzt das härtere Material jeweils das weniger harte.
  • Safirglas, künstlich hergestelltes Material, MOH 9 = nahe nahe am Diamant, extrem kratzfest.
  • Mineralglas mit gehärteter Oberfläche, Härtgrad 6-7 = härter als Stahl.
  • Plexi-/Acryl/Kunststoffglas = PMMA - Polymethylmethacrylat, MOH 3-4, weniger kratz-, aber bruchfester. Kratzer können herauspoliert werden mit spezieller Acrylglas-Polierpaste. Aus diesem Material lassen sich extrem gewölbte/bombierte Uhrgläser herstellen.
Uhrwerk:
    Das Uhrwerk ist der "Motor" und daher Dreh- und Angelpunkt der ganzen Uhr, seine Größe und Funktionen wirken sich aus auf die Gehäusegröße und Form (z.B. zusätzliche Kronen und Drücker) und Zifferblatt-Layout (z.B.Zeigeranordnung, Tages-/Datumsanzeige, Hilfszifferblätter, etc.) Bei vielen Uhren kann man vom Zifferblatt-Layout auf das dahintersitzende Werk schließen. Hauptanforderungen sind Ganggenauigkeit und Stoßfestigkeit.
  • Quarzwerk ist ein elektronisches Uhrwerk, meist mit Batterie als Energiequelle. Es ist extrem gangenau, die Abweichung ist vielleicht einige Sekunden pro Monat. Äußerlich erkennbar ist ein Quarzwerk an einem "hüpfenden" Sekundenzeiger.
  • Mechanische Uhrwerke haben einen kontinuierlich bewegten Sekundenzeiger. Als Energiequelle dient eine Aufzugsfeder. Trotz höchster feinmechanischer Präzision liegt es in der Natur einer Mechanikuhr, daß das Ineinandergreifen mechanischer Bauteile zu höheren Gangabweichungen führt, sie betragen meist mehrere Sekunden pro Tag. Die Gangreserve einer voll aufgezogenen Mechnikuhr beträgt meist ca. 2 Tage.
  • Automatik: Die Bewegung des Handgelenks bewegt einen Rotor der die Aufzugsfeder "automatisch" aufzieht.
  • Handaufzug: Kein Rotor, d.h. muß regelmäßig manuell über die Krone aufgezogen werden
  • Hybridwerke: Kombination aus Automatik- und Quarzwerk - ein mechanischer Rotor speist ein Generator-Kondensator-System, welches ein Quarzwerk antreibt. Gangreserven sind bis zu 100 Tagen. Markennamen sind Seiko Kinetic und ETA AutoQuartz.

  • Steine werden als Lager für bewegliche Teile im Uhrwerk eingesetzt. Quarzuhren mit wenigen beweglichen Teilen haben auch nur einige wenige Lagersteine, Mechanische Uhren haben 17-50 abhängig cvon der Komplizierthiet des Uhrwerks. Die Anzahl der Steine sagt nichts über die Qualität des Uhrwerks aus.
Armband:
    Armbänder unterschieden nach Material und Bandweite.
  • Leder-, Kautschuk- oder Textilbänder sind günstig, mit hohem Tragekomfort und einfach verstellbar auf verschieden große Handgelenke. Leder (Ausnahme Aqualeder wie Hai etc.) ist jedoch wenig feuchtigkeitsresistent. Diese Bänder sind meist mit Dornschließen ausgestattet.
  • Metallbänder sind strapazierfähiger, dauerhafter und unempfindlich gegen Feuchtigkeit. Metallbänder werden meist fest auf eine Handgelenkgröße eingestellt (Spezialwerkzeug notwendig!)
    Qualitätsmerkmale:
  • Massive und verschraubte Bandglieder
  • Massive Endglieder
  • Doppelfaltschließe mit Drückern zum Öffnen
  • Bandweiten gibt es in 2 mm Schritten von 10-24 mm, oft verjüngt sich das Band um 2 mm vom Gehäuse zur Schließe.
Chronograph - Chronometer:
  • Chronograph: Uhr mit Zeitstop-Funktion, meist dargestellt auf kleinen Hilfszifferblättern.
  • Chronometer: Sehr ganggenaue, mechanische Uhr, die einer Prüfung der Ganggenauigkeit unterzogen wurde am unabhängigen schweizer KOntrollinstitut "C.O.S.C" (Contôle Officiel Suisse de Chronomètres). Das Uhrwerk wird über 2 Wochen in verschiedenen Lagen getestet und wenn seine Ganggenauigkeit dabei - grob gesagt - ca. +/- 5 sec. pro Tag nicht überschreitet, erhält es das COSC Zertifikat. Bei Quarzuhren macht diese Prüfung wenig Sinn, da sie von Haus aus nur wenige Sekunden pro Monat Gangabweichung aufweisen.
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